Hund springt Menschen an – DAS hilft! – Seevetal

Viele Hunde springen ihre Menschen an. Für uns kann das schnell unangenehm werden, doch aus Sicht des Hundes können diese zwei Gründe dahinter stecken:

  1. Aufmerksamkeit und Futtererwartung
    Dieses Verhalten hat seinen Ursprung bereits in der Welpenzeit. Welpen springen zur Schnauze ihrer Mutter, um Futter zu erhalten. Dieses natürliche Verhalten kann später auf uns Menschen übertragen werden. Viele Hunde lernen außerdem sehr schnell, dass Anspringen zu Aufmerksamkeit führt. Das kann in Form von Streicheln, Blickkontakt oder Ansprache geschehen.
  2. Der Hund korrigiert sein Gegenüber 
    In manchen Fällen kann das Anspringen jedoch auch eine Form der Korrektur sein. Der Hund ist mit einer Situation oder einem Verhalten seines Menschen nicht einverstanden und bringt dies deutlich zum Ausdruck. Besonders selbstbewusste Hunde, die im Alltag gerne Entscheidungen treffen und ihre Vorstellungen klar kommunizieren, zeigen dieses Verhalten häufiger. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen und die Situation richtig einzuschätzen.

Die Stimmung & Situation entscheidet
Deshalb ist es wichtig, nicht nur das Verhalten selbst zu betrachten, sondern auch die Stimmung, die Körpersprache und die jeweilige Situation. Springt der Hund freudig und erwartungsvoll? Oder wirkt er eher fordernd und bestimmend? Je besser wir die Motivation hinter dem Verhalten verstehen, desto gezielter können wir darauf reagieren. Eine gezielte Korrektur erhält eine andere Konsequenz als „nur“ Aufmerksamkeit forderndes Verhalten.

Warum Ignorieren oft nicht ausreicht
Hat ein Hund gelernt, dass Anspringen irgendwann zum Erfolg führt, wird er dieses Verhalten immer wieder zeigen. Viele Menschen versuchen, das Anspringen zu ignorieren, indem sie sich wegdrehen oder weggehen. Häufig bleibt der Hund jedoch hartnäckig, weil er aus Erfahrung weiß, dass er damit irgendwann doch ans Ziel kommt. Deshalb braucht es eine klare und verständliche Kommunikation deinerseits:

 

So reagierst du

  1. Dein Hund setzt zum Sprung an.
  2. In diesem Moment gehst du einen Schritt auf ihn zu und nimmst Raum ein.
  3. Dein Hund wird nun den Sprung abbrechen und im besten Fall ein Schritt zurück gehen
  4. Jetzt folgt die passende Konsequenz:
    • Bei Aufmerksamkeitssuche: Aufmerksamkeit geben, wenn alle 4 Pfoten auf dem Boden sind
    • Bei einer Korrektur des Hundes: Du beginnst sofort (!) mit der Raumverwaltung als Konsequenz

Durch das Einnehmen von Raum vermittelst du deinem Hund klar: „Ich will nicht angesprungen werden.“ Gleichzeitig lernt er durch die sofortige Belohnung mit Aufmerksamkeit oder Konsequenz, was er darf und was nicht.

Hundeerziehung wird deutlich einfacher, wenn wir die Sprache unserer Hunde verstehen und lernen, klar und fair zu kommunizieren. Es sind nicht viele Worte, die unser Hund braucht, sondern eine eindeutige Führung im richtigen Moment.

 

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