Was ist Hundeverhaltenstherapie?
Hundeverhaltenstherapie unterstützt Hunde und ihre Menschen bei belastendem oder auffälligem Verhalten, z.B. bei Angst, Aggression, ständiger Unruhe, Leinenfrust, starkem Bellen, Trennungsproblemen oder Schwierigkeiten bei Hundebegegnungen.
Anders als beim reinen Training betrachten wir nicht nur das sichtbare Verhalten. Wir schauen gemeinsam darauf, warum dein Hund dieses Verhalten zeigt, welche Faktoren im Alltag eine Rolle spielen und was dein Hund braucht, um wieder besser lernen und sich regulieren zu können. Ich begleite Mensch-Hund-Teams in Seevetal, Hamburg und Umgebung sowie online.
Madeleine Peters ist studierte Hundepsychologin und begleitet seit über 12 Jahren Mensch-Hund-Teams. Ihre Spezialisierung liegt auf Alltagsproblemen und Beziehungsarbeit mit dem Ziel, nicht nur Verhalten zu verändern, sondern das Zusammenleben von Mensch und Hund nachhaltig zu verbessern.
Wir wissen schon lange, dass die körperlichen Prozesse das sichtbare Verhalten unserer Hunde auslösen. Das Gehirn, das Nervensystem und der Hormonhaushalt reagieren auf die Umweltreize, welche auf unseren Hund einwirken und setzen das sichtbare Verhalten in Gang. Doch wird leider noch zu oft nur das sichtbare Verhalten mittels reinem Hundetraining verändert, was ungesund und nicht nachhaltig ist. Oft geht es dem Hund dabei sogar sehr schlecht.
Wenn wir in unsere Gesellschaft schauen, ist es jedoch nicht erstaunlich: Die Tablette, die Schmerzen wegzaubern kann und die Creme, die den Ausschlag verschwinden lässt. Es ist zwar sehr einfach, für ständigen Tabletten- und Cremenachschub zu sorgen, doch setzt man diese ab, so erscheinen wieder die Symptome, welche wiederum Hilfeschreie des Körpers sind. Dabei ist es viel effizienter, die Ursachen herauszufinden und zu behandeln, etwa die starke Verspannung oder die Allergie gegen Milchprodukte. So geht es auch unseren Hunden und dabei ist eine Ursachenfindung und die Behandlung mit viel weniger Mühen, Kosten und Nerven verbunden.
Das reine Hundetraining hilft bei sogenannten „Problemhunden“ nicht, denn oft haben diese Hunde ein und dasselbe Thema: Ihr Körper ist nicht darauf eingestellt, zu lernen und zu entspannen und wenn diese Hunde nicht lernen und entspannen können, dann hilft auch das beste Training nichts.
Und sollte das reine Training doch beim Hund ankommen, so ist es nicht nachhaltig, denn entweder wird nach kurzer Zeit das unerwünschte Verhalten wieder aufploppen oder an einer anderen Stelle bildet sich ein neues Problemverhalten. Im schlimmsten Fall wird sogar der Körper krank. Die reine Verhaltensänderung ist nichts anderes als die Unterdrückung von Symptomen, wie die Tablette oder die Creme.
Mein Ansatz in der Hundeverhaltenstherapie
Ich betrachte neben dem sichtbare Verhalten auch mögliche körperliche, emotionale und kontextbezogene Einflussfaktoren und beleuchten euren Alltag aus verschiedenen Perspektiven:
1. Verhalten
Zunächst schauen wir uns an, was dein Hund konkret zeigt. Bellt er, wenn jemand an der Tür klingelt? Geht er bei Hundebegegnungen nach vorne? Kann er nicht alleine bleiben oder kommt er im Alltag kaum zur Ruhe? Das sichtbare Verhalten ist dabei für mich zunächst ein wichtiger Hinweis. Es erzählt uns etwas darüber, wie dein Hund eine Situation erlebt und wie er versucht, damit umzugehen. Dabei geht es nicht darum, ein Verhalten vorschnell als „gut“ oder „schlecht“ zu bewerten. Wir schauen genau hin: Wann tritt es auf? Was passiert davor? Wie reagierst du? Und was verändert sich danach?
Denn erst wenn wir das Verhalten wirklich verstehen, können wir herausfinden, was dein Hund braucht und wo wir ansetzen können.
2. Emotionen & Psyche
Hinter einem Verhalten steckt immer auch ein emotionales Erleben. Angst, Unsicherheit, Frustration, Überforderung oder Stress können dazu führen, dass ein Hund auf eine Situation ganz anders reagiert, als wir es von ihm erwarten würden. Deshalb interessiert mich nicht nur, was dein Hund tut, sondern auch, wie er sich dabei fühlt. Ein Hund, der nach vorne geht, möchte nicht zwangsläufig „aggressiv“ sein. Ein Hund, der ständig bellt, ist nicht automatisch schlecht erzogen. Und ein Hund, der nicht alleine bleiben kann, macht das nicht, um seinen Menschen zu ärgern.
Wir versuchen gemeinsam herauszufinden, was hinter dem Verhalten steckt und welche Emotionen dabei eine Rolle spielen. Denn wenn sich die innere Situation deines Hundes verändert, kann sich auch sein Verhalten verändern.
3. Körper & Regulation
Auch der Körper spielt eine wichtige Rolle dabei, wie ein Hund sich verhält und wie gut er lernen kann. Ein Hund, der dauerhaft unter Anspannung steht, wenig schläft oder Schwierigkeiten hat, sich selbst zu regulieren, kann Situationen anders bewältigen als ein Hund, der sich sicher und ausgeglichen fühlt.
Deshalb schauen wir auch auf Faktoren wie Schlaf, Ruhephasen, Belastung, Erregungsniveau und die Fähigkeit deines Hundes, nach aufregenden Situationen wieder in die Entspannung zu finden. Denn Lernen braucht einen Zustand, in dem Lernen überhaupt möglich ist.
Manchmal versuchen wir sehr lange, ein bestimmtes Verhalten zu trainieren, obwohl der Hund körperlich und emotional gerade gar nicht in der Lage ist, dieses Training umzusetzen. Dann kann es sinnvoll sein, zunächst die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass dein Hund wieder besser regulieren und zur Ruhe kommen kann. Prüfe hier kostenfrei, ob dein Hund die körperlichen Voraussetzungen für Lernen und Regulation mitbringt:
4. Hund-Mensch-Beziehung
Auch eure Beziehung spielt in der Verhaltenstherapie eine wichtige Rolle. Wie sicher fühlt sich dein Hund bei dir? Kann er sich an dir orientieren? Kann er Verantwortung abgeben oder versucht er häufig, Situationen selbst zu kontrollieren? Und wie kannst du deinem Hund die Sicherheit und Orientierung geben, die er gerade braucht? Dabei geht es nicht darum, dass du als Mensch „schuld“ am Verhalten deines Hundes bist. Im Gegenteil.
Ich möchte dich dabei unterstützen, deinen Hund besser zu verstehen und seine Signale früher wahrzunehmen. Denn je besser du verstehst, was in deinem Hund passiert, desto leichter wird es für dich, ihm in schwierigen Situationen Orientierung zu geben. Eine vertrauensvolle Mensch-Hund-Beziehung bedeutet für mich deshalb nicht, dass dein Hund immer alles richtig machen muss. Sie bedeutet, dass dein Hund sich darauf verlassen kann, dass du ihn siehst, ihn verstehst und ihm Sicherheit geben kannst. Prüfe hier, ob dein Hund bei dir die Sicherheit und Orientierung findet, die er braucht:
5. Alltag
Und schließlich schauen wir auf euren Alltag. Denn eine Verhaltenstherapie findet nicht nur in einer Trainingsstunde statt. Dein Hund lebt jeden Tag mit seinen Erfahrungen, seinen Gewohnheiten und den Situationen, die ihn belasten oder ihm Sicherheit geben. Deshalb schauen wir gemeinsam, was sich in eurem täglichen Zusammenleben verändern lässt. Wie viel Ruhe bekommt dein Hund? Welche Situationen überfordern ihn immer wieder? Wo braucht er mehr Unterstützung? Welche Abläufe können verändert werden? Und was könnt ihr ganz praktisch in euren Alltag integrieren?
Mir ist wichtig, dass die Veränderungen nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern für euch und euren Hund im echten Leben umsetzbar sind. Denn am Ende geht es nicht darum, dass dein Hund sich für eine Stunde im Training anders verhält. Es geht darum, dass ihr beide euren Alltag besser verstehen und gemeinsam verändern könnt.
Mein Ziel ist nicht, ein Verhalten einfach „wegzutrainieren“. Ich möchte verstehen, warum es entsteht und gemeinsam mit dir Bedingungen schaffen, unter denen dein Hund sich langfristig anders verhalten kann.
Ablauf der Hundeverhaltenstherapie bei mir
Eine Verhaltenstherapie beginnt für mich nicht mit einem Trainingsplan. Zuerst möchte ich euch und euren Hund kennenlernen und verstehen, was euch im Alltag beschäftigt. Denn jeder Hund ist anders und auch jedes Mensch-Hund-Team bringt seine eigene Geschichte mit. Deshalb gibt es bei mir keine fertige Lösung, die ich einfach über jeden Hund lege.
Wir schauen gemeinsam, wo ihr gerade steht, was euch belastet und was dein Hund braucht. Daraus entsteht Schritt für Schritt ein individueller Weg, der zu euch und eurem Alltag passt.
1. Erstgespräch inkl. Anamnese
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Dabei geht es nicht nur darum, welches Verhalten dein Hund aktuell zeigt. Ich möchte verstehen, wie dein Hund lebt, was er erlebt hat und wie sich das Problemverhalten entwickelt hat.Wir sprechen über euren Alltag, eure bisherige gemeinsame Geschichte, Veränderungen und Erfahrungen. Mich interessiert, wann das Verhalten auftritt, in welchen Situationen es besonders stark ist und was davor und danach passiert. uch Themen wie Schlaf, Ruhe, Stress, Ernährung, Gesundheit, bisheriges Training und eure Mensch-Hund-Beziehung können dabei eine Rolle spielen. Denn das Verhalten, das uns im Alltag auffällt, ist häufig nur ein Teil des Ganzen. Je genauer wir hinschauen, desto besser können wir verstehen, was hinter dem Verhalten steckt und an welcher Stelle wir ansetzen können.
Dabei geht es nicht darum, Schuld zu suchen. Mir ist wichtig gemeinsam mit dir herauszufinden, warum dein Hund sich so verhält und was ihr verändern könnt.
2. Dein individueller Therapieplan
Nach dem Erstgespräch und der Anamnese geht es darum, die vielen Informationen zusammenzuführen.
Ich entwickle keinen allgemeinen Trainingsplan, der für jeden Hund gleich aussieht. Euer weiterer Weg richtet sich danach, was dein Hund gerade braucht und welche Veränderungen für euch im Alltag sinnvoll und umsetzbar sind. Dabei kann es beispielsweise darum gehen, zunächst mehr Ruhe und Sicherheit in euren Alltag zu bringen, bestimmte Situationen anders zu gestalten oder deinem Hund neue Möglichkeiten zu geben, mit Belastungen umzugehen. Je nach Situation betrachten wir dabei Verhalten, Emotionen und Psyche, körperliche Faktoren, Regulation, eure Beziehung und euren gemeinsamen Alltag.
Mir ist wichtig, dass du nicht einfach eine Liste von Übungen bekommst, die du abarbeiten sollst. Du sollst verstehen, warum wir etwas verändern und was es bei deinem Hund bewirken soll. So kannst du deinen Hund auch außerhalb unserer Termine besser verstehen und angemessen auf seine Bedürfnisse reagieren.
3. Begleitung & Anpassung
Veränderung passiert nicht von heute auf morgen. Wenn du beginnst, deinen Hund anders zu verstehen und dich in bestimmten Situationen anders zu verhalten, verändert sich auch für deinen Hund etwas. Dein Hund nimmt deine Veränderungen wahr und passt sein eigenes Verhalten daran an. Er entwickelt neue Strategien, probiert vielleicht zunächst aus, ob die alten Verhaltensweisen bei dir noch funktionieren oder muss erst lernen, dass er sich auf die neue Situation verlassen kann. Vielleicht nimmt er deine neue Haltung anfangs noch nicht ganz ernst. Vielleicht braucht er mehr Zeit, um dir zu vertrauen und Verantwortung abzugeben. Oder eine Alltagssituation ist für ihn einfach noch zu schwierig und er benötigt dort zunächst weitere Unterstützung.
Genau deshalb ist die Begleitung während der Verhaltenstherapie so wichtig. Wir schauen gemeinsam, wie sich dein Hund entwickelt, was er bereits umsetzen kann und an welchen Stellen er noch Unterstützung braucht. Dabei geht es nicht darum, dass dein Hund möglichst schnell „funktioniert“. Es geht darum, dass ihr beide lernt, euch aufeinander einzustellen und neue Wege im Alltag zu finden.
Mit der Zeit entstehen neue Erfahrungen. Dein Hund merkt, dass du Situationen anders führst, dass bestimmte Dinge nicht mehr von ihm übernommen werden müssen und dass er sich an dir orientieren kann. Daraus können neue Verhaltensstrategien entstehen, die für ihn und für euch beide besser funktionieren. Du bekommst von mir deshalb nicht nur Übungen, sondern auch Unterstützung dabei, deinen Hund immer besser zu lesen, seine Signale zu verstehen und dein eigenes Verhalten entsprechend anzupassen.
Mein Ziel ist, dass du irgendwann nicht mehr nur weißt, was dein Hund tun soll, sondern verstehst, warum er sich so verhält, was er dir damit sagen möchte und wie du ihm helfen kannst.
Praxisbeispiele aus der Hundeverhaltenstherapie
Jeder Hund ist anders und auch die Gründe für ein bestimmtes Verhalten können ganz unterschiedlich sein. Die folgenden Praxisbeispiele zeigen, warum es sich lohnt, nicht nur das sichtbare Verhalten zu betrachten, sondern tiefer zu schauen.
Fiete, der laute Beller
Ausgangssituation
Fiete bellt und bellt und bellt. Er ist laut und die Halter sind schon unglaublich genervt. Sobald er Aufmerksamkeit bekommt, ist er ruhig. Das reine Hundetraining würde sich auf die Ignoranz-Zuwende-Technik belaufen, d.h. ist Fiete leise, so bekommt er Zuwendung. Ist er laut, so wird er ignoriert. Vielleicht wird hier noch mit dem Deckentraining gearbeitet, d.h. Fiete wird auf seine Decke geschickt, damit er etwas anderes tun soll. Hier sei gesagt, es gibt viele Wege nach Rom.
Was steckt dahinter?
Auf der reinen Verhaltensebene sind die Trainingsmaßnahmen richtig. Ein Trainingserfolg ist jedoch nicht möglich, denn Fietes Gehirn arbeitet nicht richtig. Schauen wir tiefer entdecken wir: Fiete leidet an einem großen Schlafdefizit, denn er ist permanent auf Habachtstellung. Alle Mütter und Menschen mit Schlafdefizit: Fühlt euch hinein. Fiete zeigt damit nicht nur sein erlerntes Verhalten (Bellen = Aufmerksamkeit), sondern auch, dass es ihm schlecht geht. Der Schlafmangel sorgt für schwache Nerven, wodurch er unglaublich unkonzentriert ist. Sein Gehirn kann in diesem Zustand nichts abspeichern, das Nervensystem kann nicht auf Entspannung umschalten und die Hormone schütten permanent aktivierende Hormone aus. Fiete kann also nicht anders als sich so zu verhalten, wie er es gerade tut.
Behandlung
Die Behandlung startet damit, das Schlafdefizit mit Hilfe der Raumverwaltung auszugleichen sowie das Wohlbefinden zu steigern. Dadurch kommt das Gehirn, das Nervensystem und der Hormonhaushalt wieder in das Gleichgewicht. Lernen und Entspannen ist wieder möglich. Nun können die oben genannten reinen Trainingstechniken angewandt werden, welche schnell zum Erfolg führen. Fiete wird entspannter und bellt deutlich weniger.
Sammy, der ununterbrochen fiept und winselt
Ausgangssituation
Sammy winselt und fiept, auch wenn in diesem Moment einfach nichts los ist. Es spielt keine Rolle, ob die Halter sich mit ihm beschäftigen oder er gerade ganz für sich ist. Auf der reinen Verhaltensebene würde man Sammy solange ignorieren, bis er ruhig ist.
Was steckt dahinter?
Auf der reinen Verhaltensebene sind die Trainingsmaßnahmen richtig. Schauen wir tiefer, entdecken wir jedoch: Hunde die ständig winseln und fiepen, geht es im Wohlbefinden sehr schlecht. Fassen wir die Erstanamnese zusammen so sehen wir, dass Sammy mit den kleinsten Alltagssituationen überfordert ist und auch oft mit sich selbst, denn er weiß nicht wohin mit sich. Er wurde früh kastriert und hat eine gestörte Stress- und Emotionsregulation, d.h. er kann sich in solchen Situationen nicht selbständig regulieren. Zudem ist Sammy hochsensibel, was seine Themen zusätzlich beeinflusst.
Behandlung
Sammys Körper braucht dringend Wohlfühlhormone, welche über eine kleine Veränderung der Fütterung erreicht wird. Regulieren sich die Hormone, so regulieren sich auch Nervensystem und Gehirn (alles ist miteinander verbunden). Entspannung ist nun wieder möglich. Dadurch werden auf der sichtbaren Verhaltensebene ganz andere Reaktionen gezeigt, d.h. Sammy fiept und winselt deutlich weniger, denn er fühlt sich nun wohler. Parallel dazu wird das Stressmanagement angepasst und die Selbtwirksamkeit erhöht. Auch die Beziehung und das Vertrauen zwischen den Haltern und Sammy wird stabilisiert, so dass Sammy sich von den Haltern durch den Alltag führen lässt und somit die Verantwortung ganz abgeben kann.
Teddy, der Leinenrambo
Teddy sieht einen anderen Hund und dreht sofort auf. Er springt in die Leine, bellt laut und schreit förmlich. Er ist nicht mehr ansprechbar und die Halterin hat Mühe, ihn festzuhalten. Auf der reinen Verhaltensebene würden wir Teddy mit unterschiedlichen Techniken sagen „Das machst du richtig“ und „das machst du nicht richtig“. Zeigt er dann ruhiges Verhalten, so wird sein Ziel (Abstand oder Nähe) gewährt.
Was steckt dahinter?
Auf der reinen Verhaltensebene sind die Trainingsmaßnahmen richtig. Schauen wir tiefer, sehen wir jedoch, dass Teddy selbst zu Hause im ruhigen Bereich ohne Außenreize sehr nervös, angespannt und unruhig ist. Er kann sich kaum selbst regulieren und steigert sich regelrecht in sein Verhalten hinein.
Behandlung
Da Teddys Körper sehr viel und auch explosionsartig Adrenalin ausschüttet, gleichen wir den Hormonhaushalt so an, dass das Adrenalin gedeckelt wird. Durch die reduzierte Adrenalin Ausschüttung werden die aktivierenden Bereiche im Gehirn und Nervensystem deutlich weniger stimuliert, was wiederum das ganze sichtbare Verhalten beeinflusst. Teddys Körper hat nun die Chance zur Ruhe zu kommen und letztlich auch zu lernen, dass an der Leine nicht gepöbelt wird. Dieser Prozess wird zudem durch die Raumverwaltung sowie die Stabilisierung der Beziehung unterstützt.
Bruno, der teilnahmslos ist und Angst vor Frauchen hat
Ausgangssituation
Bruno kommt aus dem Ausland und wurde sichtlich schwer misshandelt. Narben versehen seinen ganzen Körper. Bruno hat im Haus seinen eigenen Raum und liegt den ganzen Tag regungslos auf dem Bett und starrt die Wand an. Kommt Frauchen in den Raum oder möchte mit ihm Gassi gehen, hat Bruno starke Angst, zittert und nässt sich ein. Im reinen Hundetraining würde man den Hund spiegeln, d.h. Bruno nur anschauen, wenn er Frauchen anschaut. Solange Bruno sie ignoriert, ignoriert Frauchen Bruno. Vielleicht würde Frauchen etwas Schönes hinzufügen, z.B. Futter und als Zielerreichung (Belohnung) direkt wieder den Raum verlassen.
Was steckt dahinter?
Auf der reinen Verhaltensebene wären diese Trainingstechniken eine Option, doch schauen wir tiefer sehen wir, dass Bruno stark traumatisiert ist und sein ganzer Körper im Ohnmachtszustand verweilt. Hat Bruno also gerade keine Angst ist er geistig abwesend und nicht im Hier und Jetzt. Bruno kann also nicht lernen, dass Frauchen ganz toll ist.
Behandlung
Brunos Körper ist im absoluten Überlebensmodus. Das Denkzentrum im Gehirn, welches für Wahrnehmung, Erkennen und Denken (Kognition) zuständig ist, ist nicht mehr aktiv. Das Nervensystem hat auf Notabschaltung geschaltet, um Körper und Psyche vor dem Zusammenbruch zu schützen. Das Hormonsystem schüttet ununterbrochen Stresshormone aus. Damit Bruno lernen kann, dass Frauchen ganz toll ist, muss sein körperliches Gleichgewicht erst wieder hergestellt werden, denn Lernen ist in diesem Zustand nicht möglich.
Häufige Fragen zur Hundeverhaltenstherapie
Was macht eine Hundeverhaltenstherapie?
In der Hundeverhaltenstherapie schauen wir nicht nur auf das Verhalten, das dein Hund zeigt. Wir möchten verstehen, warum er sich so verhält und was hinter diesem Verhalten steckt. Dazu betrachten wir deinen Hund ganzheitlich: sein Verhalten, seine Emotionen und Psyche, seinen körperlichen Zustand und seine Fähigkeit zur Regulation, eure Beziehung und euren gemeinsamen Alltag. Daraus entsteht ein individueller Weg, der zu euch und eurem Leben passt.
Wann braucht mein Hund Verhaltenstherapie?
Eine Verhaltenstherapie kann sinnvoll sein, wenn das Verhalten deines Hundes euer Zusammenleben belastet oder ihr im Alltag immer wieder an eure Grenzen kommt. Das kann zum Beispiel bei Angst, Aggression, starken Hundebegegnungen, Unruhe, ständigem Bellen, Problemen mit dem Alleinbleiben oder anderen Verhaltensweisen der Fall sein. Du musst dabei nicht warten, bis ein Problem „schlimm genug“ geworden ist. Wenn du das Gefühl hast, deinen Hund und sein Verhalten nicht mehr richtig zu verstehen oder alleine nicht weiterzukommen, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen.
Was ist der Unterschied zwischen Hundetraining und Hundeverhaltenstherapie?
Hundetraining beschäftigt sich häufig damit, was ein Hund lernen soll und welches Verhalten wir uns von ihm wünschen. In der Verhaltenstherapie gehen wir einen Schritt tiefer. Wir schauen uns an, warum dein Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt und welche Faktoren dazu beitragen können. Dabei geht es nicht darum, ein unerwünschtes Verhalten einfach zu unterdrücken. Wir möchten verstehen, was dein Hund mit seinem Verhalten ausdrückt und was er braucht, damit sich langfristig etwas verändern kann.
Was ist der Unterschied zwischen Hundeverhaltenstherapie und Hundepsychologie?
Die Hundepsychologie ist das theoretische Fundament, das sich mit der Erforschung der Emotionen, Kognition, Kommunikation und den Lernformen von Hunden befasst. Sie wird benötigt, um die Ursachen für das Problemverhalten herauszufinden. Die Hunde-Verhaltenstherapie ist die praktische Anwendung dieses Wissens, um gezielt Verhaltensprobleme bei Hunden mit konkreten Trainingsplänen und Therapiemaßnahmen für den Alltag zu behandeln.
Bei welchen Problemen hilft Hundeverhaltenstherapie?
Grundsätzlich bei jedem Problem, das im Zusammenleben und im Alltag mit deinem Hund entsteht und euch belastet. Das können beispielsweise Angst, Aggression, Unsicherheit, starke Erregung, Unruhe, Probleme bei Hundebegegnungen, Trennungsprobleme, ständiges Bellen, Ressourcenverteidigung oder Schwierigkeiten im Umgang mit bestimmten Alltagssituationen sein. Dabei ist nicht entscheidend, welchen Namen wir dem Problem geben. Entscheidend ist, was dein Hund zeigt, wie es euch im Alltag beeinflusst und was hinter dem Verhalten steckt.
Hilft Verhaltenstherapie bei aggressiven Hunden?
Ja, auch bei aggressivem Verhalten kann eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein.
Dabei geht es für mich nicht darum, deinen Hund einfach davon abzuhalten, nach vorne zu gehen, zu knurren oder zu schnappen. Wir möchten verstehen, warum dein Hund in diesen Situationen so reagiert und was er braucht, um anders mit ihnen umgehen zu können. Dafür betrachten wir unter anderem seine Emotionen, seinen Stress- und Erregungszustand, seine Erfahrungen, eure Beziehung und die konkreten Situationen, in denen das Verhalten auftritt. Gerade bei aggressivem Verhalten ist es wichtig, nicht nur das sichtbare Verhalten zu betrachten, sondern den Hund dahinter zu verstehen.
Was kann ich tun, wenn mein Hund ständig bellt?
Ständiges Bellen kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb würde ich nicht einfach versuchen, das Bellen abzustellen, sondern zunächst herausfinden, warum dein Hund so häufig bellt und was er dir damit möglicherweise mitteilen möchte. Wie du dabei konkret vorgehen kannst und was hinter ständigem Bellen stecken kann, habe ich ausführlicher in diesem Artikel beschrieben:
Was kann ich tun, wenn mein Hund nicht zur Ruhe kommt?
Wenn ein Hund ständig aufgeregt ist, schlecht abschalten kann oder selbst nach aufregenden Situationen nicht zur Ruhe findet, lohnt sich ein genauerer Blick auf seinen gesamten Alltag: Wie viel Schlaf bekommt dein Hund? Wie viele Reize muss er verarbeiten? Wie hoch ist sein Stresslevel und kann er sich überhaupt selbst regulieren?
In meinem Fachartikel „Hund kommt nicht zur Ruhe“ gehe ich ausführlicher darauf ein, warum Ruhe für Hunde so wichtig ist, welche Ursachen für Unruhe verantwortlich sein können und was du im Alltag verändern kannst:
Findet die Hundeverhaltenstherapie in Seevetal oder Hamburg statt?
Ich bin mobil tätig und komme für die Erstberatung und ausführliche Anamnese zu euch nach Hause. So kann ich euren Hund dort erleben, wo die meisten Herausforderungen entstehen: in seinem eigenen Alltag.
Mein Einsatzgebiet umfasst dabei einen Radius von bis zu etwa 100 Kilometern rund um Seevetal. Bei größeren Entfernungen können wir die weitere Begleitung auch online gestalten. Je nach Thema können außerdem meine Online-Kurse eine gute Möglichkeit sein, selbstständig mit deinem Hund weiterzuarbeiten.
Bei bestimmten Themen, insbesondere wenn es um Spaziergänge, Leinenfrust oder Begegnungstraining geht, kann es sinnvoll sein, mit meinem Online-Basis-Kurs zu beginnen und für die Folgetermine zu mir nach Seevetal zu kommen.
Was kostet eine Hundeverhaltenstherapie?
Die Kosten hängen davon ab, welche Form der Unterstützung ihr benötigt und wie umfangreich eure Begleitung sein soll. Die aktuellen Preise und Informationen findest du hier:
Was ist jetzt der richtige Weg für euch?
Vielleicht fragst du dich jetzt: Was ist der richtige Weg für uns? Das hängt ganz davon ab, wo ihr gerade steht, welche Themen euch im Alltag beschäftigen und wie viel Unterstützung ihr euch wünscht.
Persönliche Verhaltenstherapie
Du hast das Gefühl, ihr kommt alleine nicht weiter? Dein Hund zeigt Verhalten, das euren gemeinsamen Alltag belastet oder du verstehst nicht, warum er sich in bestimmten Situationen so verhält?
Dann ist eine persönliche Verhaltenstherapie der richtige Weg, um genauer hinzuschauen. Gemeinsam betrachten wir euren Alltag, finden heraus, was hinter dem Verhalten deines Hundes steckt und entwickeln einen individuellen Weg, der zu euch und eurem Leben passt.
Die erste Beratung und Anamnese findet bei euch vor Ort statt, damit ich euch und euren Hund in eurem gewohnten Umfeld kennenlernen kann.
Selbstständig mit Online-Kursen an euren Themen arbeiten
Du möchtest selbstständig und direkt an euren Themen arbeiten und dabei Schritt für Schritt mehr über deinen Hund, eure Beziehung und euren gemeinsamen Alltag lernen?
Dann können meine Online-Kurse eine gute Möglichkeit für euch sein. Du kannst die Inhalte in deinem eigenen Tempo durcharbeiten und das Gelernte direkt im Alltag mit deinem Hund umsetzen.
Je nach eurem Thema findest du dort unterschiedliche Möglichkeiten, euch weiterzuentwickeln und euren gemeinsamen Weg selbstständig zu gestalten.
Aktualisierung: September 2026



